Teil 2: Faustformeln für die Bremswegberechnung | 1 2

Anhalteweg und Bremsweg richtig berechnen

Bei der Länge des Bremsweges können schon wenige Meter über Leben und Tod entscheiden. Doch wie lässt sich der Bremsweg berechnen? Und welche Faktoren spielen für seine Länge eine Rolle? Wichtige Informationen zu diesem Thema liefert Ihnen der folgende Artikel.

Zusammenhang zwischen Anhalteweg und Bremsweg
Bremsweg (m) = Geschwindigkeit (km/h) / 10 * Geschwindigkeit (km/h) / 10

Der Bremsweg eines Fahrzeugs ist eines der wichtigsten Kriterien, wenn es um Verkehrssicherheit und Unfallforschung geht. Daher entwickeln Fahrzeughersteller und Reifenfabrikanten ständig neue Systeme, Strategien und Produkte, um Anhaltewege zu verkürzen und damit Gefahrensituationen im Straßenverkehr zu vermeiden. Dies jedoch beginnt nicht erst beim Tritt auf die Bremse. So spielen vor allem Assistenzsysteme eine immer wichtigere Rolle.

Gesamter Anhalteweg ist entscheidend

„Intelligent Drive“ heißt es bei Mercedes Benz, als „Connected Drive“ bezeichnet BMW die neuen Systeme: Innovative Assistenzprogramme erkennen Gefahren wie Fußgänger bis zu 50 Meter im Voraus und unterstützen den Fahrer durch Warnsignale, Bremsdruckerhöhung oder gegebenenfalls auch durch eine systemgesteuerte Vollbremsung. Denn wie schnell ein Fahrzeug zum Stehen kommt, hängt nicht nur vom Grip der Reifen ab. Vielmehr ist das Anhalten ein vielschichtiger und interaktiver Prozess zwischen Fahrzeug und Fahrer. Im Gegensatz zum Bremsweg spricht man hierbei vom „Anhalteweg“. Dieser unterteilt sich in verschiedene Abschnitte.

1. Reaktionsweg (Vorbremszeit)

Wird vom Autofahrer eine Gefahr registriert, muss diese Information zum Gehirn gelangen, dort verarbeitet werden und eine Reaktion auslösen. Diesen Prozess bezeichnet man als Reaktionszeit, die in der Regel circa 0,8 Sekunden dauert (je nach Alter, seelischer Verfassung, Ermüdung oder etwaigem Rauschmittel-Einfluss). Ist der Entschluss gefasst, zu bremsen, muss der Fuß vom Gaspedel auf die Bremse umgesetzt werden. Hierbei wird von Umsetzzeit gesprochen. Etwa zwei weitere Zehntelsekunden vergehen, bevor die Bremse nach Treten des Pedals anspricht (Ansprechzeit) und bevor hiernach der Bremsdruck so weit aufgebaut ist, dass die Räder blockieren (Schwellzeit).

Diese Zeitspanne, die während des Reaktionsweges vergeht, wird als Vorbremszeit bezeichnet. Es ergibt sich also folgende Formel:

Vorbremszeit = Reaktionszeit + Umsetzzeit + Ansprechzeit + Schwellzeit ≈ 1 Sekunde

Für die Länge des Reaktionsweges spielt vor allem die gefahrene Geschwindigkeit eine entscheidende Rolle. Aus der Annahme von einer Sekunde Vorbremszeit ergeben sich aus verschiedenen Fahrgeschwindigkeiten folgende Reaktionswege:

  • 50 km/h: 13,9 m
  • 70 km/h: 19,4 m
  • 100 km/h: 27,8 m

2. Bremsweg (Bremszeit)

Als Bremsweg wird die Strecke bezeichnet, die ein Fahrzeug zwischen dem Greifen der Bremsen und dem kompletten Stillstand zurücklegt. Der Bremsweg hängt von drei Faktoren ab:

Eine exakte Berechnung ist daher äußerst schwierig. Trotzdem existiert eine Faustformel, mit welcher sich der Bremsweg recht genau berechnen lässt.

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Autor: Henrik Lode

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