Reifenkennzeichnung verstehen: Alle Kennzahlen übersichtlich erklärt

Die Reifenkennzeichnung an der Seitenflanke eines jeden Reifens erscheint auf den ersten Blick recht verwirrend. Doch alle Ziffern, Buchstaben und Symbole enthalten wichtige Informationen zum jeweiligen Reifenmodell. Wie sich die Reifenkennzeichnungen interpretieren lassen, erfahren Sie hier.

Die Reifenbezeichnung findet man in der Zulassungsbescheinigung oder am Reifen.

Wer einen neuen Satz Reifen für sein Fahrzeug benötigt, muss die exakte Reifengröße kennen, die für das jeweilige Pkw-Modell zulässig ist. Die entsprechenden Angaben finden sich im Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil 1) unter den Ziffern 15.1 und 15.2. Zudem lassen sich alle notwendigen Angaben von den Seitenwänden der alten Reifen ablesen. Verbindlich allerdings sind ausschließlich die Angaben in den Papieren. Sofern eine abweichende Dimension verwendet werden soll, müssen Sie beim TÜV eine Genehmigung einholen. Hierbei wird die neue Dimension zusätzlich in die Zulassungsbescheinigung eingetragen, sofern daraus keine Einschränkungen der Fahrzeug-Sicherheit resultieren.

Die Reifenkennzeichnung zur Größe lässt sich wie folgt interpretieren:

205/55 R 16“ beispielsweise bedeutet, dass ein Reifen über eine Breite von 225 Millimeter, einen Querschnitt von 55 Prozent (Verhältnis von Flankenhöhe zu Reifenbreite) und einen Innendurchmesser von 16 Zoll verfügt.
Das R vor der Zoll-Angabe steht für „Radialreifen“.

Weitere wichtige Informationen an der Reifenwand

Geschwindigkeit und Traglast

Neben den Angaben zur Größe enthält die Reifenkennzeichnung noch weitere wichtige Informationen. So folgen den drei Dimensionskennzahlen stets eine weitere Zahl und ein Buchstabe (zum Beispiel „91 V“). Die zwei Kennziffern bezeichnen den Tragfähigkeitsindex und die Geschwindigkeitsklasse. So bedeutet das „V“, dass der Reifen mit maximal 240 km/h gefahren werden darf. Ist die eingetragene Spitzengeschwindigkeit eines Fahrzeugs höher als der Geschwindigkeitsindex der Reifen, muss laut Gesetz ein Hinweisschild im Sichtfeld des Fahrers angebracht werden.

Achtung

Laut ADAC-Empfehlung sollten Sie keinen Neureifen kaufen, der älter als drei Jahre ist. Denn das fortschreitende Reifenalter verschlechtert die Materialeigenschaften zunehmend, was eine gleichzeitige Verschlechterung der Fahr- und Bremsqualitäten nach sich zieht.

Reifenalter

Ein weiterer wichtiger Wert ist das Herstellungsdatum eines Reifens. So ist es nicht ungewöhnlich, dass Autoreifen produktions- und lieferbedingt noch mehrere Jahre nach ihrer Herstellung im Fachhandel auftauchen. Um hierbei das Reifenalter exakt bestimmen zu können, existiert die DOT-Nummer. Sie taucht an jeder Reifenflanke in Form einer vierstelligen Zahl auf, die sich in einem ovalen Kreis befindet. Dabei stehen die ersten zwei Zahlen für die Fertigungswoche, die letzten beiden Zahlen bezeichnen das Jahr. „0613“ heißt also, dass ein Reifen in der sechsten Kalenderwoche des Jahres 2013 hergestellt wurde.

Fazit

Wer einen neuen Satz Reifen erwerben möchte, ist auf die Reifenkennzeichnungen angewiesen. Alle verbindlichen Angaben hierzu finden sich in den Fahrzeugpapieren. Um anhand dieser Zahlen passende Produkte zu finden, eignen sich unabhängige Vergleichs-Portale. Diese verfügen über einen Reifenkonfigurator: Dort können Sie Ihre benötigten Größenangaben eingeben, um in einem Produkt- und Preisvergleich die günstigsten Angebote für ihre Reifengröße zu finden.

Autor: Henrik Lode

© Video: YouTube / walterschalk


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