Einsatz von Schneeketten: Tipps zum richtigen Umgang

Wenn selbst Winterreifen an ihre haftungstechnischen Grenzen stoßen, müssen Schneeketten her. Insbesondere für steile Anstiege, im Tiefschnee oder auf Eis können häufig nur noch die mechanischen Traktionshelfer dafür sorgen, sicher ans Ziel zu gelangen. Doch die qualitativen Unterschiede verschiedener Systeme sind enorm. Zudem sind  nicht alle Modelle gesetzlich zugelassen. Besonders für Straßenabschnitte, auf welchen der Einsatz von Schneeketten Pflicht ist, sollte ein Autofahrer hier genau Bescheid wissen.

Verkehrszeichen 268 der StVO: Schneekettenpflicht
Mit Schneeketten darf nicht schneller als 50 km/h gefahren werden.

Grundsätzlich wird zwischen zwei Arten von Schneeketten unterschieden:

  • vollwertige Schneeketten
  • Anfahrhilfen

Letztere dienen nur dem kurzen Einsatz – beispielsweise dazu, eine kurze Anhöhe zu erklimmen oder einen eingeschneiten Stellplatz zu verlassen.

Schneeketten im Test

Auch bei den vollwertigen Kettensystemen gibt es große Unterschiede. In der Regel unterscheiden sich die Modelle nach dem verwendeten Material.

Folgende Werkstoffe kommen hierbei zum Einsatz:

  • Stahl
  • Kunststoff
  • Plastik
  • Textilien

Zudem existieren diverse Mischformen. In Tests (wie beispielsweise von ADAC oder Auto Motor und Sport) schneiden die klassischen Stahlketten in der Regel am besten ab. Bezüglich Anfahren, Traktion und Bremsen (auf Schnee und Eis) können neuere Netz- oder Kunststoff-Modelle nur bedingt mit den Metallsystemen mithalten. Überdies sind die Stahlketten weniger verschleißanfällig.

Kauf, Montage und Nutzung

Wer Schneeketten kauft, sollte darauf achten, dass sowohl eine ausführliche Bedienungsanleitung als auch Montagehandschuhe beiliegen. Nach dem Kauf ist es ratsam, das Anlegen der Kette zu üben, um im Ernstfall sicher und routiniert hantieren zu können. Hierbei sollten Sie auch prüfen, ob die Radkästen Ihres Fahrzeugs genügend Platz für die Ketten bieten.

Wer Schneeketten fachgerecht befestigen möchte, sollte sich einen ruhigen Ort suchen.

Um Schneeketten zu montieren, ist das Metall- oder Kunststoffnetz des Kettensystems vor dem Reifen auszulegen. Jetzt wird das Fahrzeug auf die Kette gefahren, um diese danach um das Rad zu legen und vorschriftsmäßig zu befestigen. Im Anschluss sollte der Wagen ein Stück gefahren werden, um dann die Ketten erneut nachzuspannen.

Achtung

Die zulässige Höchstgeschwindigkeit mit montierten Ketten beträgt laut Paragraf 3 der Straßenverkehrsordnung 50 km/h.

Die Schneeketten selbst sollten nicht zu lose montiert werden. Zwar ist der Selbstreinigungseffekt besser, dafür aber kann die Reifenoberfläche stärker beschädigt werden. Hochwertige Winterreifen lassen sich bei richtiger Lagerung und guter Pflege bis zu zehn Jahre nutzen. Wer jedoch häufig mit lockeren Ketten fährt, kann die Lebensdauer seiner Pneus stark verkürzen.

Traktionskontrollen wie ABS und ESP sind auf den Einsatz mit Winterreifen optimiert. Sie können die Bremseigenschaften von Schneeketten im schlimmsten Fall sogar verschlechtern. Daher sollten Antischlupf-Systeme beim Einsatz von Schneeketten abgeschaltet werden.

Fazit

Letztlich ist neben der sicheren Handhabung vor allem die Gesetzeslage zu beachten. So sind überall dort Schneeketten vorgeschrieben, wo ein entsprechendes Verkehrszeichen (blaues Schild mit Schneeketten-Symbol) darauf hinweist. Vor dem Kauf sollten Sie sich daher unbedingt beim Händler informieren, ob das jeweilige Produkt gesetzlich als Schneekette gilt (bei sogenannten Schleuderketten oder diversen Kunststoff- oder Netzsystemen ist dies nicht der Fall). Zudem ist es ratsam, sich im Vorfeld von Auslandsreisen bezüglich der dort herrschenden Gesetze umfassend zu informieren.

Autor: Henrik Lode

© Video: YouTube / acefernsehen

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