Was wird unter „Traktion eines Autoreifens“ verstanden?

Das Wort „Traktion“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „ziehen, schleppen“. Im Kfz-Bereich wird auf diese Weise die Fähigkeit eines Fahrzeugs beschrieben, die Antriebskraft des Motors in eine Vorwärtsbewegung umzusetzen. Da die Reifen bei dieser Umwandlung eine wesentliche Rolle spielen, spricht man auch von einer „Traktion der Reifen“.

Bei Schnee und Eis müssen Winterreifen eine gute Traktion aufweisen.
Die Traktion spielt vor allem im Bereich der Winterreifen eine entscheidende Rolle.
Um ein Fahrzeug anzutreiben, müssen die Beschleunigungskräfte des Motors auf die Antriebsachse und damit auf die Reifen übertragen werden. Die resultierende Zugkraft wird als Traktion bezeichnet. Vor allem bei Winterbereifung spielt die Traktion eine wesentliche Rolle, vor allem dann, wenn ein Fahrzeug auf losem Schnee beschleunigt werden soll. Damit sich jedoch überhaupt eine Vorwärtsbewegung einstellt, gilt es, verschiedene Widerstände zu überwinden und Verluste zu minimieren. Folgende Aspekte spielen hierbei eine Rolle:


  • Rollwiderstand (Reibungskraft)
  • Schlupf
  • Walkleistung
  • Beschaffenheit des Untergrundes

Inwieweit sich die einzelnen Faktoren auf die Traktion auswirken, hängt größtenteils von der Beschaffenheit der Reifen ab. So sind zahlreiche Reifenfaktoren ausschlaggebend:

  • Reifenbreite (Aufstandsfläche)
  • Reifenquerschnitt
  • Profilbeschaffenheit
  • Reifenluftdruck
  • Haftfähigkeit des Reifenmaterials

Damit ein Reifen letztlich eine hohe Traktion gewährleisten kann, muss er für seinen jeweiligen Einsatzzweck bzw. für spezielle Umgebungsbedingungen optimiert sein. Daher bewertet auch der ADAC in seinen alljährlichen Reifentests die Traktion der geprüften Modelle (Sommerreifen: Traktion auf nassem Gras, Winterreifen: Traktion auf Schnee). Wer beim Kauf von Reifen also die unabhängigen Testergebnisse beachtet, sorgt für ein sicheres und gutes Vorankommen bei allen Witterungsbedingungen. Alle Testsieger aktueller Reifentests lassen sich hier miteinander vergleichen.

Traktion bei Winterreifen

Die Traktion spielt vor allem im Bereich der Winterreifen eine entscheidende Rolle. So bietet ein glatter Untergrund (Schnee, Eis, Reif) wenig Reibungswiderstand. Es kommt zu Schlupf, der Reifen dreht durch, woraus ein geringerer Vortrieb resultiert. Daher wird häufig angenommen, dass breite Winterreifen aufgrund ihrer größeren Aufstandsfläche eine bessere Traktion bieten. Dies ist jedoch nur bedingt richtig. Denn im Zuge der höheren Reifenbreite (größere Fläche) sinkt auch der Druck auf die Straße. Dadurch jedoch wird wiederum die Traktion verringert.

Entscheidend für einen effektiven Vortrieb bei Winterreifen sind daher vielmehr die Materialzusammensetzung und die Profilform. So sorgen weiche Gummimischungen für mehr Grip und damit auch für eine bessere Traktion. Zudem bleibt in den breiten Profilrillen (hoher Negativanteil) von Winterpneus der Schnee haften und sorgt so für die sogenannte „Schnee-auf-Schnee-Traktion“.

Traktionskontrolle gleicht Schlupf aus

Um das Durchdrehen eines Autoreifens (Schlupf) zu vermeiden und damit die Traktion zu erhöhen, kommen heutzutage in praktisch allen Automodellen Traktionskontrollen (Antriebsschlupfregelungen) zum Einsatz. Die auch als Anti-Schlupf-Systeme bezeichneten Mechanismen (ASR, ASC, TCS, TCSS, PSM, TRACS) regulieren gezielt das Antriebsmoment einzelner Räder. Dadurch werden vor allem auf losen Untergründen (wie Schnee, Split oder Sand) die Traktion erhöht und eine bessere Fahrstabilität gewährleistet.

Autor: Henrik Lode

© Foto: iStockphoto.com / assalve


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