Darf ich mit Winterreifen im Sommer fahren?

Bisweilen hört man Empfehlungen, abgefahrene Winterreifen im Sommer zu fahren, da die Laufflächen keine weitere Wintersaison mehr überstehen würden. Doch wie ist es um die Fahreigenschaften der Winterräder bestimmt? Und ist die Verwendung von Winterreifen im Sommer überhaupt gesetzlich zulässig? Bei Reifen.de bekommen Sie alle Antworten zum Thema.

Handling wird schlechter

Sommerreifen sind durch ihren Profilaufbau speziell an den Einsatz in der warmen Jahreszeit angepasst.
Die Materialzusammensetzungen von Sommer- und Winterreifen sind auf unterschiedliche Temperaturbereiche optimiert. Für Winterreifen bedeutet das: Die Gummimischung ist dank ihres hohen Kautschukanteils sehr weich, wodurch der Reifen auch auf frostigen Böden noch elastisch genug ist, um genügend Grip aufzubauen.

Bei hohen Temperaturen dagegen werden die Profilblöcke sehr instabil. Sie geben beim Abrollen stark nach, wodurch die Reifenfestigkeit nachlässt und ein „schwammiges“ Fahrverhalten resultiert (insbesondere bei erhöhter Zuladung).

Längere Bremswege

Der zweite Nachteil der weichen Profile ist ein schlechtes Trockenbremsverhalten. Ein ADAC-Reifentest ergab, dass sowohl bei frühlingshaften Außentemperaturen (10 bis 13 Grad Celsius) als auch bei Sommerhitze (25 bis 30 Grad Celsius) Bremskräfte wesentlich schlechter auf die Straße übertragen werden. Bei einer Vollbremsung von 100 km/h bis zum Stillstand verlängert sich laut ADAC-Test der Bremsweg um bis zu 16 Meter.

Höherer Verschleiß

Als dritter Nachteil werden durch Winterreifen bei Sommer-Temperaturen der Verschleiß und der Benzinverbrauch erhöht. Dies liegt in der verstärkten Walkarbeit begründet, die ein weicherer Reifen hervorruft. Der gleiche Effekt tritt beispielsweise auch bei einem zu geringen Reifenluftdruck auf: Der Pneu verformt sich stärker, es kommt zu einer verminderten Rollfähigkeit (erhöhter Spritverbrauch) und zu verstärkter Hitzebildung (Schädigung des Materials).

Im Sommer sollten ausschließlich Sommerreifen gefahren werden. Empfehlenswerte Modelle liefert der GTÜ- & ACE-Sommerreifentest 2013.
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Nachteile im Überblick

  1. Verschlechterung von Grip und Fahrstabilität
  2. Längere Bremswege bei Trockenheit
  3. Höherer Verschleiß
  4. Erhöhter Spritverbrauch

Einzig beim Bremsverhalten auf Nässe schneiden die Winterreifen auch bei Sommer-Bedingungen nicht wesentlich schlechter ab als ausgewiesene Sommermodelle. Doch gerade das „Aufbrauchen“ abgenutzter Winterreifen im Sommer birgt hier neue Gefahren. So beträgt die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe von Sommer- wie Winterbereifung 1,6 Millimeter. Experten jedoch raten davon ab, Winterreifen weiter als bis 4 Millimeter abzufahren. Daraus resultiert bisweilen die Idee, Winterreifen, die bei 4 Millimetern angelangt sind, im Sommer weiter zu nutzen, da die Laufflächen keine neue Wintersaison mehr überstehen würden. Doch die schwindenden Profilrillen verlieren ihre Fähigkeit, Wasser zu kanalisieren und abzuleiten. Dies führt zu einer immensen Erhöhung des Aquaplaning-Risikos.

Fazit

Winterreifen sind für winterliche Bedingungen optimiert. Wer sie im Sommer verwendet, verstößt zwar nicht gegen das Gesetz (sofern die vorgeschriebene Mindestprofiltiefe nicht unterschritten wird), muss jedoch mit eklatanten Verschlechterungen bezüglich der Fahrstabilität und des Bremsverhaltens rechnen. Daher sollten Sie im Frühling rechtzeitig auf Sommerreifen umsteigen. Hochwertige Modelle zu günstigen Preisen können Sie jetzt auf Reifen.de vergleichen und noch heute bestellen.

Autor: Henrik Lode

© Foto: iStockphoto.com / Benjamin Howell

© Video: YouTube / acefernsehen

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