Bugatti Veyron Grand Sport: Venet heißt die neue deutsch-französische Liaison

Im August 2003 lief der erste fahrbare Prototyp des Bugatti Veyron vom elsässischen Fertigungsband des Volkswagen-Konzerns. Zwei Jahre darauf erlangte der Super-Sportwagen dann die Serienreife. Keine 400 Stück wurden seither weltweit verkauft, mehr als zwei Drittel der Zweisitzer stehen nicht in europäischen Garagen. Neben 300 Coupés, rund 70 Cabriolés und diversen Sondermodellen gibt es mit dem Grand Sport Venet jetzt ein weiteres Einzelstück des exquisiten Roadsters.

Deutsche Kfz-Technik trifft auf französische Gegenwartskunst 

Das neueste Unikat der Bugatti Veyron-Reihe wurde jetzt der Öffentlichkeit auf der Art Basel Miami Beach präsentiert. Die US-amerikanische Expo ist keine reine Automesse, vielmehr eine etablierte Kunstausstellung. Schließlich ist der Grand Sport Venet sowohl Fahrzeug als auch Kunstwerk zugleich. Den Sportwagen ziert ein filigranes Muster aus wissenschaftlichen Formeln und physikalischen Symbolen. Berechnungen zur Geschwindigkeit sind es, mit denen der 71-jährige französische Künstler Bernar Venet den Innen- und Außenbereich des 415 km/h-Flitzers veredelte. Neben Karosserie und Felgen sind auch die Türeinsätze im orange-braunen Design gehalten. Technisch gesehen ist die neue deutsch-französische Liaison des Bugatti Veyron serienmäßig – genau wie alle anderen Sondermodelle zuvor. Allein das mathematische Regelwerk verleiht dem Venet seine einzigartige Note.

Der Veyron ist seit jeher limitiert

Seit vor 15 Jahren die Markenrechte von Bugatti an den Volkswagen-Konzern übergingen, haben nur wenige Ereignisse im Hause VW ein so eindringliches und langanhaltendes Medienecho hervorgerufen wie das Prestigeprojekt Bugatti Veyron. Spätestens, nachdem die Super Sport-Edition sich im Sommer 2010 den Weltrekord als schnellster straßenzugelassener Seriensportwagen sicherte, besitzt der 1200-PS-Bolide Kultstatus. Einen Bugatti Veyron in seinen Besitz zu bringen, ist jedoch gar nicht so einfach. So ist die auf 300 Stück limitierte Coupé-Ausführung seit Kurzem vergriffen. 250 „Standard“-Modelle (1001 PS) und 50 Super-Sport-Versionen (1200 PS) fuhren in den vergangenen sieben Jahren durch das Ladentor von VW. Medienberichten zufolge wurde das letzte Modell dieser Reihe im Herbst dieses Jahres gen Europa ausgeliefert. Kostenpunkt: rund 1,5 Millionen Euro. So günstige Angebote jedoch wird es zukünftig wohl nicht mehr geben.  

 

Prestigeobjekt für 2 Millionen Euro

Rund 2 Millionen Euro kosten die Sonderanfertigungen des Bugatti Veyron in der Regel – je nach Lackierung und Ausführung ein paar Hunderttausend mehr oder weniger. Gegen den Alltagsgebrauch jedoch spricht nicht nur der Anschaffungspreis. So verbrauchen die 16 Zylinder und 4 Turbolader innerorts stolze 40 Liter Sprit auf 100 Kilometer. Bei voller Motorleistung sind es sogar unglaubliche 100 Liter. Gemeinsam mit einem CO²-Ausstoß von etwa 900 g je Kilometer besitzt der Venet damit nicht wirklich das Potenzial, in Zeiten der Energiekrise ein breites Publikum zu finden. Dafür jedoch war das VW-Prestigeobjekt auch niemals vorgesehen.

Der nächste Bugatti Veyron ist bereits in Planung

Wie der Bugatti Veyron Coupé ist auch die Roadster-Version limitiert. 150 Stück soll es geben, hinzu jedoch werden weitere Sondermodelle kommen. Nach Kreationen wie Pur Sang, par Hermès, Bleu Centenaire und der Weltmeister-Edition ist auch der Grand Sport Venet nur ein weiteres Glied in einer Kette der Superlativen. So ist die nächste Veyron-Generation schon in Planung: Neben einer zugegebenermaßen moderaten Leistungssteigerung auf 1250 PS stehen hier insbesondere ein geringerer Verbrauch und die Senkung der CO²-Emissionen auf der Agenda. Wer selbst in den Genuss einer 400 km/h-Fahrt kommen möchte, muss nach Niedersachsen reisen: Auf dem VW-Testgelände in Ehra-Lessien kann für einen Unkostenbeitrag von 50.000 Euro der High-Speed-Versuch unternommen werden. Einzige Voraussetzung: Der Besitz eines eigenen Bugatti Veyron.

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