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Ölwechsel: So geht’s!

Wer den Ölwechsel nicht der Werkstatt überlassen möchte, findet hier eine praktische Anleitung, wie es gemacht wird. Lesen Sie außerdem nach, wie oft Sie überhaupt Öl wechseln müssen, was Sie das kostet, und wie Sie zwischendurch Öl nachfüllen.

Öl wechseln
Auch zwischen den jährlichen Ölwechseln sollte regelmäßig der Ölstand kontrolliert werden.
 

Wer ein wenig Erfahrung im Umgang mit Autos hat, kann den Ölwechsel gut ohne professionelle Hilfe erledigen. Nicht immer, aber oftmals kann so Geld gespart werden, und vielen macht die Arbeit am eigenen Auto auch schlicht Spaß. Wenn auch Sie bei ihrem Fahrzeug selbst das Öl wechseln wollen, folgen Sie dieser Anleitung:

  1. Öffnen Sie die Ölablass-Schraube. Sie finden sie unten an der Ölwanne.
  2. Lassen Sie das Öl in einen geeigneten Behälter ab.
  3. Öffnen Sie das Ölfiltergehäuse im Motorenraum.
  4. Entnehmen Sie den Filter.
  5. Erst wenn das Öl wirklich vollständig abgetropft ist, die Schraube wieder hineindrehen. Vergessen Sie dabei den Dichtring nicht!
  6. Setzen Sie einen neuen Ölfilter samt Deckeldichtung ein.
  7. Füllen Sie das Motoröl ein.
  8. Kontrollieren Sie den Ölstand, evtl. nachfüllen
  9. Öl-Entsorgung: Altöl unsachgemäß zu entsorgen ist hochgradig umweltverschmutzend und daher strafbar. Sie können das alte Öl einfach beim Kauf von neuem „eintauschen“. Stimmen die Menge überein, ist dieser Service kostenlos. Allerdings bestellen immer mehr Kunden aus finanziellen oder praktischen Erwägungen ihr Motorenöl im Internet – wie steht es dann mit der Entsorgung? Auch Onlinekäufer können selbstverständlich ihr Altöl auf legale Weise loswerden. Sie haben in dem Fall die Wahl, es entweder beim nächsten Werkstattbesuch oder direkt in Ihrer örtlichen Schadstoffsammlung abzugeben.

 

Achtung

Manche Hersteller machen genaue Angaben (Herstellerfreigaben), welches Öl sich für den Motor eignet – daran sollten Sie sich auch halten.

Ölwechsel: Wie oft ist er fällig?

Hersteller und Werkstätten raten dazu, einmal im Jahr, spätestens jedoch nach eineinhalb Jahren, das Öl zu wechseln – selbst bei geringer jährlicher Fahrleistung. Meist wird der Ölwechsel bei der Jahresinspektion gleich mit erledigt. Gerade bei altem Mineralöl kann es nämlich sonst durch den Qualitätsverlust zu Verschleißerscheinungen und sogar Kolbenfressern kommen.

Andererseits wird die Lebenserwartung der Motorenöle immer länger, so dass nach Meinung einiger Experten auch längere Intervalle ausreichen. Das Problem: Der üblicherweise pauschal bei der jährlichen Inspektion durchgeführte Ölwechsel wird nicht immer jedem Fahrzeug und jedem Fahrstil gerecht. Darum haben inzwischen einige Automobilhersteller Modelle auf dem Markt, die nach dem sogenannten Longlife-Konzept funktionieren. Dabei wird die Anzeige des nächsten fälligen Ölwechsels an die vorher berechnete Motorbelastung angepasst. Allerdings brauchen Fahrzeuge mit einem solchen Longlife-Service auch spezielle Longlife-Öle. Keinesfalls sollte ein anderes als das vom Hersteller freigegebene Öl verwendet werden, sonst kann es zu Motorschäden kommen.

Ölwechsel: Kosten

Wollen Sie mit Hilfe unserer Anleitung selbst tätig werden möchte, können Sie das passende Motoröl am leichtesten im Internet finden und bestellen. Da jedoch viele Shops regelmäßig wechselnde Angebote für verschiedene Marken und Füllmengen haben, lohnt es sich, auf die Preise zu schauen. Günstige Angebote für Motoröle aller Arten, Hersteller und Viskositäten können Sie hier vergleichen und günstig online bestellen.

Dazu kommen ca. 10 Euro für einen neuen Filter, einen Dichtungsring gibt es für ein paar Cent.

Longlife-Öle sind zumeist etwas teurer, hier muss zudem streng darauf geachtet werden, dass das richtige Öl in der richtigen Qualität gewählt wird – Angaben dazu macht der Hersteller.

Der Profi hilft

Wer unsicher ist und wenig Erfahrung hat, sollte den Ölwechsel lieber einem Profi in der Werkstatt oder an der Tankstelle überlassen. Für einen Ölwechsel sind Kosten in Höhe von ca. 50 Euro einzuplanen. Die tatsächlichen Preise variieren jedoch sehr stark, von 20 bis über 100 Euro ist alles drin. Übrigens: Beim Ölwechsel in der Werkstatt sind üblicherweise Öl und Filter im Preis inbegriffen. Wer auf ein gutes Angebot stößt, kann so mit etwas Glück sogar sparen, ohne sich selbst die Hände schmutzig machen zu müssen.

Öl nachfüllen

Auch zwischen zwei Ölwechseln kann es notwendig sein, Öl nachzufüllen. Um herauszufinden, ob dies bei Ihnen der Fall ist, überprüfen Sie ab und zu Ihren Ölstand. Ist er unter die Mindestmenge gesunken, zu erkennen an der Markierung auf dem Peilstab, öffnen Sie den Verschluss und füllen nach.

Achtung

Beim Öl nachfüllen sollten Sie nicht zu viel auf einmal hineingeben. Überprüfen Sie zwischendurch immer wieder, wie der Stand ist, damit Sie nicht über die Höchstmenge hinauskommen.

Automatikgetriebe: Ölwechsel hilft müder Schaltung auf die Sprünge

Auch im Automatikgetriebe kann ein Ölwechsel sinnvoll sein, vor allem, wenn die Gangschaltung nicht mehr richtig funktioniert. Wenn der Gangwechsel mit Verspätung einsetzt oder nicht glatt läuft, könnte dies ein Indiz sein, dass entweder der Pegelstand nicht mehr stimmt, oder das Öl komplett gewechselt werden muss. Damit sollte allerdings in jedem Fall eine Werkstatt beauftragt werden, denn im Automatikgetriebe einen Ölwechsel vorzunehmen ist eine komplizierte Angelegenheit. Zudem empfiehlt es sich, vorher auch noch eine Reinigung des Getriebes durchführen zu lassen, damit das frische Öl nicht sofort wieder verschmutzt wird. Dafür sind wiederum spezielle Geräte notwendig.

Wählen Sie die Werkstatt jedoch mit Bedacht aus: Für das Automatikgetriebe wird Sie ein Ölwechsel ca. 200 bis 300 Euro kosten. Verschenktes Geld, sollte der Defekt in der Schaltung doch eine andere Ursache haben – denn normalerweise hat das Getriebeöl eine lange Lebensdauer.

Fazit

Wer etwas Erfahrung mitbringt, kann den Ölwechsel an seinem Fahrzeug leicht selbst durchführen. Achten Sie darauf, ob es vom Hersteller spezielle Vorgaben hinsichtlich der Marke und Qualität des Öls gibt. Sorgen Sie außerdem hinterher unbedingt für eine sachgemäße Entsorgung des Altöls. Am Automatikgetriebe ist ein Ölwechsel dagegen nur in der Werkstatt durchzuführen.

Autorin: Irma Hollander

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