Aktueller Bußgeldkatalog: Verwarn- und Bußgelder im Überblick

Fahrzeugkontrolle im Straßenverkehr
Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr werden nach dem Bußgeldkatalog geahndet.

Verkehrsdelikte und ihr Strafmaß

Über 500 Seiten umfasst der aktuelle Bußgeldkatalog. Geschwindigkeitsüberschreitungen, Alkohol am Steuer und der fehlende Sicherheitsgurt sind hierbei häufige Vergehen – und gelten daher laut  Verkehrsexperten des TÜV auch als Hauptrisikofaktoren für Verkehrsunfälle. Daneben sind jedoch auch zahlreiche weitere Tatbestände wie falsche Straßenbenutzungen, verkehrswidriges Abbiegen, gefährliche Überholmanöver, Falschparken und vieles mehr geregelt. Eine Auswahl „beliebter“ Verkehrsvergehen und die entsprechenden Bußgelder finden Sie in diesem Artikel.

Nutzen Sie jetzt unseren Bußgeldrechner und ermitteln Sie exakt, ob Punkte, Ordnungsgelder oder ein Fahrverbot auf Sie zukommen:

Der neue Bußgeldkatalog für 2018

Es gibt sehr viele Neuerungen im Bußgeldkatalog 2018. Im Jahre 2014 musste man 18 Punkte sammeln, um die Fahrerlaubnis zu verlieren. Ab dem Jahr 2018 reichen bereits acht Punkte aus. Nicht nur Autofahrer sind dabei von Bußgeldern betroffen, sondern auch Fußgänger und Radfahrer. Jedoch erhalten Fußgänger keine Punkte - sie können ausschließlich mit Bußgeld bestraft werden. Wenn Sie kein Bußgeld bezahlen und keine Punkte kassieren möchten, dann empfiehlt sich ein ordnungsgemäßes Verhalten. Inzwischen gehört dazu auch, dass jeder Verkehrsverstoß verjährt. Das bedeutet, dass man bereits nach sechs MonatenStrafe die Fahrerlaubnis neu beantragen kann.

Bußgeldkatalog 2018 – Neuerungen

Im Bußgeldkatalog gibt es weitere Änderungen. Welche das sind, erfahren Sie hier.

Handynutzung: Das Telefonieren oder auch Hantieren mit dem Smartphone kostet Sie jetzt statt 60 Euro 100 Euro. Radfahrer müssen statt 25 Euro nun 55 Euro zahlen.

Autorennen im Straßenverkehr: Früher war dies nur eine Ordnungswidrigkeit, welche mit 400 Euro bestraft wurde. Doch jetzt muss der Fahrer zwei Jahren Gefängnis rechnen, wenn er bei einem illegalen Autorennen mitmacht. Kommt ein Mensch dabei zu Schaden, sind es sogar bis zu zehn Jahre Haft.

Rettungsgassen blockieren: Früher kostete dies den Fahrer nur 20 Euro, doch ab dem Jahre 2018 muss man 200 Euro für das Blockieren von Rettungsgassen bezahlen. Auch ein Punkt in Flensburg droht.

Gaffer: Unterlassene Hilfeleistung sowie das Fotografieren von Unfallopfern ist ab jetzt eine Straftat. Gaffer müssen mit einer sehr hohen Geldstrafe rechnen und zudem droht ein Gefängnisaufenthalt von bis zu zwei Jahren.

Verhüllungsverbot hinter der Steuer: Bislang war maskiertes Autofahren straffrei, ab jetzt werden 60 Euro fällig.

Winterreifenpflicht: In der kalten Jahreszeit darf man nur noch Reifen mit dem Alpine-Symbol verwenden. Wird dies nicht beachtet, drohen ein Punkt in der Verkehrssünderkartei und 60 Euro Bußgeld.

Beleidigungen im Straßenverkehr können besonders teuer werden:

    • Verkehrsverstoß: 300 bis 4.000 Euro
    • Einen Polizisten durch Gesten beleidigen: 450 bis 2.500 Euro
    • Einen Polizisten durch Worte beleidigen: 7.000 bis 20.000 Euro
    • Belästigung eines Polizisten: 12.000 bis 32.000 Euro
    • Nichtbefolgen einer polizeilichen Anweisung: 15.000 bis 40.000 Euro
    • Versuchter Diebstahl eines Polizeiwagens: 50.000 bis 80.000 Euro
    • Fahren/Diebstahl eines Polizeifahrzeuges: 100.000 bis 145.000 Euro
    • Schießen auf Polizei oder deren Eigentum: 130.000 bis 200.000 Euro
    • Zerstörung von Polizei-Eigentum: 180.000 bis 300.000 Euro
    • Widerstand gegen die Staatsgewalt: 275.000 bis 360.000 Euro

Einen Bußgeldrechner nutzen

Ist ein Autofahrer geblitzt oder von der Polizei bei einem anderen Verkehrsdelikt ertappt worden, stellt sich die Frage nach der Höhe des zu erwartenden Bußgeldes. Die Ordnungshüter selbst geben diesbezüglich nur in den seltensten Fällen eine zufriedenstellende Auskunft. Denn am Ende entscheidet die Bußgeldstelle über die Höhe des Strafmaßes. Und diese wiederum bezieht alle Informationen zu Bußgeldern im Straßenverkehr  aus dem Bußgeldkatalog. Die Aufgabe der Polizisten besteht lediglich darin, die Art des Verkehrsdeliktes sowie Zeit und Ort aufzunehmen. Darüber hinaus fungieren sie im Streitfall als Zeugen.

Sofern ein Beamter trotzdem Aussagen zur Höhe des Bußgeldes macht, sind diese Angaben weder verbindlich noch rechtskräftig. Daher geben die meisten Polizisten schon prinzipiell keine Auskünfte dieser Art.

Doch auch die Inhalte des aktuellen Bußgeldkatalogs erweisen sich bei der Recherche nach einer zu erwartenden Strafe aufgrund ihrer großen Anzahl zumeist als undurchschaubar. Hier hilft ein Bußgeldrechner. Dabei lassen sich alle relevanten Strafbereiche (Geschwindigkeitsüberschreitungen, Abbiegefehler, Abstandsvergehen,  Alkoholmissbrauch, Parkfehler und vieles mehr) und die jeweiligen Umstände und Kriterien einbeziehen. Diese können unter anderem sein:

      • Wurde ich inner- oder außerhalb einer geschlossenen Ortschaft geblitzt?
      • Geschah das fehlerhafte Abbiegen ohne Rücksicht auf Fußgänger?
      • Ging meine Überschreitung der Promillegrenze mit einer Verkehrsgefährdung einher?
      • Dauerte mein Parkverstoß länger als 60 Minuten?

Der Bußgeldrechner ermittelt dann anhand der eingegebenen Informationen exakt das zu erwartende Strafmaß – und Sie sparen sich die aufwendige Suche im Bußgeldkatalog.

Unser Tipp

Alle weiteren im aktuellen Bußgeldkatalog gelisteten Tatbestände und Regelsätze finden Sie auf den Seiten des KBA.

Autor: Henrik Lode

© Foto: iStockphoto.com / kzenon

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