Die Lenkradsperre lösen: Das ist zu tun, wenn das Lenkradschloss klemmt

Vielen Autobesitzern ist so etwa schon passiert: Trotz Rütteln an Zündschlüssel und Lenkrad lässt sich das Lenkradschloss nicht lösen. Wie sich eine klemmende Lenkradsperre entriegeln lässt, erfahren Sie hier.

Lenkradsperre lösen
Um das Lenkradschloss zu lösen, müssen Zündschlüssel und Lenkrad gleichzeitig gedreht werden.

Gerade, wenn man es besonders eilig hat, passieren solche Dinge: Der Zündschlüssel stößt auf einen Widerstand, die Lenkradsperre lässt sich nicht mehr lösen. Jetzt gilt: Keine Gewalt anwenden! Denn bricht der Schlüssel ab, muss unter Umständen das gesamte Zündschloss ausgetauscht werden – und das ist in der Regel ein kostspieliges Unterfangen.

Funktionsweise eines Lenkradschlosses

Ein Lenkradschloss (auch Lenkradsperre) sorgt dafür, dass bei abgezogenem Zündschlüssel das Lenkrad blockiert ist. Damit das Lenkradschloss einrasten kann, muss nach dem Abziehen des Schlüssels das Lenkrad ein wenig gedreht werden. Ein Bolzen rastet dann in einer Vertiefung in der Lenksäule ein, dies verhindert, dass ein Dieb den Wagen steuern kann (es sei denn, er möchte im Kreis fahren). Das Einrasten der Lenkradsperre ist durch ein Knacken hörbar.

Eine Lenkradsperre entriegeln

Da die seitlich gestellten Räder (bei eingerastetem Lenkradschloss) des parkenden Fahrzeugs automatisch zur Geradeausstellung streben, steht der Bolzen, welcher in die Lenksäule eingerastet ist, unter Spannung. Um das Lenkradschloss zu lösen, muss also das Lenkrad ein wenig gedreht werden, da dies den Bolzen entlastet.

Achtung

Der Zündschlüssel sollte nie bei vollem Lenkrad-Einschlag abgezogen werden. Denn rastet das Lenkradschloss in dieser Position ein, bleibt kein Spielraum mehr, um zum Lösen der Sperre das Lenkrad ein wenig weiter zu drehen.

Das vorsichtige Drehen des Lenkrades (zum Lösen der Sperre) sollte unbedingt im Einklang mit dem Drehen des Schlüssels erfolgen. Denn der Schlüssel ist nicht stabil genug, um den Widerstand des Bolzens einfach so zu überwinden. Wer Gewalt anwendet, kann im schlimmsten Fall den Schlüssel abbrechen. Damit wäre das Schloss blockiert und muss unter Umständen komplett ausgetauscht werden.

Das Gleiche gilt für den eingerasteten Bolzen: Durch einen starken Ruck am Lenkrad kann auch der Bolzen in der Lenksäule brechen. Aus diesem Grund ist ein mechanisches Lenkradschloss auch keine wirklich zuverlässige Diebstahlsicherung.

Achtung

Bei manchen Fahrzeugmodellen muss der Zündschlüssel in Richtung Lenksäule gedrückt oder ein separater Knopf betätigt werden, damit sich die Zündung ausschalten und der Schlüssel abziehen lässt.

Wie sinnvoll ist eine Lenkradkralle?

Als zusätzliche Diebstahlsicherung kann eine Lenkradkralle im Fahrzeug angebracht werden. Diese wird als starre Verbindung zwischen Lenkrad und einem der Pedale angebracht und verhindert auf diese Weise ein Einschlagen des Lenkrades.

Mit einem Bolzenschneider oder einer Metallstange (als Hebel) haben Autodiebe jedoch in der Regel leichtes Spiel, wenn es darum geht, eine Lenkradkralle zu knacken. Als Alternative bieten sich Lenkradkrallen mit Alarm an. Macht sich jemand an der Kralle zu schaffen, ertönt eine laute Sirene. Wird die Kralle jedoch zerbrochen, verstummt in der Regel auch der Alarm.

Einen effektiven Diebstahlschutz bieten also weder die mechanische Lenkradsperre noch die Lenkradkralle. Stattdessen sollten Sie ihr Fahrzeug lieber mit einer elektronischen Wegfahrsperre oder einer elektronischen Lenkradverriegelung ausrüsten.

Fazit

Wer ein Lenkradschloss entriegeln möchte, muss gefühlvoll vorgehen (und unter keinen Umständen Gewalt anwenden). Denn sowohl der Bolzen des Schlosses als auch der Bart des Zündschlüssels können leicht abbrechen. Und im schlimmsten Fall zieht dies teure Reparaturkosten nach sich.

Autor: Henrik Lode

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