Gebrauchtwagen kaufen: GTÜ und TÜV geben Empfehlungen

Wer einen Gebrauchtwagen kaufen möchte, geht stets das Risiko ein, vorhandene Mängel nicht zu erkennen. Daher geben Prüforganisationen wie der TÜV und die GTÜ jährliche Statistiken heraus, die anhand der in Hauptuntersuchungen entdeckten Fahrzeugmängel ein Qualitätsranking erstellen. Die Tops und Flops auf dem Gebrauchtwagenmarkt 2013 finden Sie im folgenden Artikel.

Die Auswahl an Second-Hand-Fahrzeugen ist praktisch grenzenlos: Beim Händler oder auf dem Privatmarkt lassen sich vom Kleinstwagen bis hin zur Luxuslimousine eine Vielzahl von gebrauchten Pkw günstig erwerben. Diese machen zwar stets einen sauberen und gepflegten Eindruck,  oft jedoch folgt das böse Erwachen, wenn der Gebrauchte mit den ersten kostspieligen Schäden in die Werkstatt muss. Um Autokäufern hier eine Hilfestellung zu bieten, bringen der TÜV (Technischer Überwachungsverein) und die GTÜ (Gesellschaft für Technische Überwachung) ihre jährlichen Gebrauchtwagen-Reports heraus.

GTÜ-Gebrauchtwagen-Report 2013

Dem Gebrauchtwagen-Bericht der GTÜ liegt die Auswertung von über 5 Millionen aktuellen Hauptuntersuchungen zugrunde. Das Qualitätsranking ergibt sich dabei aus der durchschnittlichen Mängelanzahl für jeweils 100 geprüfte Fahrzeuge. Im Ergebnis enthält der Report 240 Bewertungen von ein- bis dreijährigen Gebrauchtwagen. Kaufen sollten Sie nach Ansicht der GTÜ-Prüfingenieure folgende Fahrzeugmodelle:

Kleinwagen

  1. Platz: Toyota Yaris
  2. Platz: Hyundai i20
  3. Platz: Ford Fiesta

Kompaktklasse

  1. Toyota Auris
  2. Honda Civic
  3. BMW 1er

Mittelklasse

  1. Opel Insignia
  2. BMW 3er
  3. Honda Accord

Oberklasse

  1. Jaguar XF
  2. VW Phaeton
  3. BMW 7er

Geländewagen

  1. Skoda Yeti
  2. Peugeot 3008
  3. Subaru Forester

Vans

  1. Peugeot 5008
  2. Seat Alhambra
  3. Seat Altea

Sportwagen und Cabriolets

  1. Audi A3 Cabrio
  2. Porsche 911
  3. Peugeot 308 CC

Beim TÜV fällt jeder Fünfte durch

In das Ergebnis des aktuellen Gebrauchtwagen-Reports vom TÜV flossen rund 8 Millionen Hauptuntersuchungen ein. Laut Aussage der Experten fielen hierbei etwa 20 Prozent aller Fahrzeuge im ersten Anlauf durch.

Der TÜV-Gebrauchtwagenreport basiert auf 8 Millionen durchgeführten Hauptuntersuchungen. © ARD Mittagsmagazin via Youtube

Welche Second-Hand-Pkw zu empfehlen sind und um welche der sogenannten „Mängelriesen“ Autokäufer lieber einen Bogen machen sollten (Flops), zeigt die folgende Übersicht.

Altersklasse: 2-3 Jahre

  1. VW Polo
  2. Mazda 3
  3. Audi Q5

Flop: Fiat Panda

Altersklasse: 4-5 Jahre

  1. Toyota Prius
  2. Mazda 2
  3. Toyota Auris

Flop: Dacia Logan

Altersklasse: 6-7 Jahre

  1. Porsche 911
  2. Toyota Corolla Verso
  3. Toyota Prius

Flop: Chrysler PT Cruiser

Altersklasse: 8-9 Jahre

  1. Porsche 911
  2. Toyota Avensis
  3. Honda Jazz

Flop: Chrysler PT Cruiser

Altersklasse 10-11 Jahre

  1. Porsche 911
  2. Toyota RAV4
  3. Mercedes SLK

Flop: Fiat Brava/Bravo

Kauf von privat oder beim Autohändler?

Egal, ob Sie bei der Suche nach einem Pkw Online-Portale nutzen, auf private Anzeigen reagieren oder den ausgewiesenen Autohändler aufsuchen: Wer die Mängelberichte von GTÜ und TÜV zu Hilfe nimmt, kann die Chance deutlich steigern, einen günstigen und hochwertigen Gebrauchtwagen zu kaufen. Auf dem Privatmarkt sind die Preise dabei um rund 10 Prozent günstiger als im Autohaus. Doch wer privat kauft, geht auch ein wesentlich höheres Risiko ein, dass unerkannte Mängel am Fahrzeug vorliegen. So locken die Schnäppchen bekanntermaßen innerhalb aller bekannten Modellserien und Altersklassen – auch in solchen, die in den Mängelreports keine Beachtung finden. Deswegen ist es gerade für den privaten Gebrauchtwagenmarkt besonders wichtig, verschiedene Punkte zu beachten.

Beim Gebrauchtwagenkauf Checkliste benutzen

Um sich nicht versehentlich einen Gebrauchten ins Haus zu holen, der überteuert angeboten wird oder versteckte Schäden aufweist, können Sie die folgende Checkliste als Hilfestellung nutzen:

  • Fahrzeug genau untersuchen (Lack, Reifen, Innenraum, Unterboden).
  • Wartungszustand überprüfen (Kundendienstheft inklusive Belege für Reparatur- und Servicearbeiten genau unter die Lupe nehmen).
  • Wenn möglich, einen Sachverständigen hinzuziehen (beispielsweise in Form eines unabhängigen Gebrauchtwagenchecks).
  • Auf Gewährleistung bestehen (beim Händler: Sachmängelhaftung von 12 Monaten ist gesetzlich vorgeschrieben).
  • Kaufpreis je nach Alter und Kilometerstand des Fahrzeugs mit aktuellen Online-Listenpreisen vergleichen.
  • Schriftlichen Kaufvertrag abschließen.

Im Zweifelsfall gilt immer: Lieber beim seriösen Händler ein paar Euro mehr bezahlen, als sich auf dem privaten Gebrauchtwagenmarkt übers Ohr hauen zu lassen. Denn Werkstattkosten können schnell dazu führen, dass sich das vermeintliche Schnäppchen als wirtschaftlicher Totalschaden entpuppt.

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